
BLONDE D' AQUITAINE ZUCHT
MICHAEL WEIS
Aktuelles 2025

Bundesschau Blonde d’Aquitaine auf Haus Düsse
ein Glanzstück zum Düsser Bauerntag
18.09.2025
Am Sonntag, den 15. September 2025, traf sich die Blonde d’Aquitaine Familie auf Haus Düsse
der Landwirtschaftskammer NRW – flankiert vom Düsser Bauerntag.
Was dort auf die Beine gestellt wurde, war für mich ein echtes Statement, vielleicht die beste Bundesschau aller Zeiten, fachlich stark und organisatorisch auf den Punkt.
Haus Düsse bot dafür den perfekten Rahmen: kurze Wege, klare Abläufe, sichtbare Professionalität.
Schon beim Eintreffen war spürbar, dass diese Schau ein Publikumsmagnet ist.
Viele Besucher sorgten für volle Ränge und lebendige Gespräche am Ring und den Ständen.
Der Bauerntag im Rücken hat dem Format spürbar Kraft gegeben, das tat der Stimmung gut und verlieh der Veranstaltung den Rahmen, den eine Bundesschau verdient.
Hier wurde Qualität nicht nur gezeigt, sondern auch gesehen.
Das Niveau war durchgehend gut bis sehr gut. Man sah eine Selektion, die Leistungsfähigkeit, Fundamente und Fleischansatz in ein stimmiges Verhältnis bringt. Besonders auffällig: Der Trend zur Hornloszucht setzt sich weiter fort, und zwar zunehmend mit Substanz.
Leider standen nur sehr wenige Tiere mit Hörnern im Ring, was aus Sicht der genetischen Vielfalt und Tierwohl bedenkenswert bleibt. Gleichzeitig ist die erfreuliche Kehrseite, dass die hornlosen Linien in Typ, Rahmen und Bemuskelung immer sicherer auftreten. Hornlosigkeit als Zielmerkmal wird nicht mehr „auf Kosten von…“ erreicht, sondern ist immer häufiger Teil kompletter Zuchtergebnisse.
Zu den Entscheidungen der Richter, die beiden Herren machten aus meiner Sicht einen überwiegend überzeugenden Job. Linienführung, Begründungen und das Auge fürs Ganze stimmten in den meisten Klassen. Es gab Momente, in denen sie für meinen Geschmack danebenlagen, aber unterm Strich war die Linie nachvollziehbar und fachlich solide.
Persönliche Höhepunkte
BAB Katjes, ein einjähriges homozygot hornloses Rind aus der Zucht der Familie Brünig in Seesen, gehörte für mich zu den spannendsten jungen Hoffnungsträgern. Modern im Typ, sauber im Fundament – hier bin ich auf die weitere Entwicklung besonders gespannt.
LBA Uria aus der Zucht von Desiree Lieven hatte ich schon länger auf dem Zettel. Der Eindruck wurde bestätigt: ausbalanciert, präsent, mit klarer Rasseausprägung.
Sara, eine noch junge Kuh mit Kalb aus der Zucht von Christof Schneider (Bad Berleburg). Für meinen Geschmack das beste Tier der gesamten Schau. Perfekte Rassequalität, überzeugendes Fundament, ein vorbildliches Becken – dazu eine Souveränität im Ring, die sofort anspricht.
Auch persönlich hatte ich einen schönen Moment im Ring, bei der Familiensammlung durfte ich das Rind Valeria aus der Zuchtstätte Dietrich aus Bad Laasphe führen. Eine tolle, homogene Gruppe – ein ganz großes Lob an die Zuchtstätte.
Ich habe selten so ruhige, führige Tiere gesehen, Handling und Präsenz waren vorbildlich und haben den Charakter der Rasse sehr gut transportiert.
Bei den Bullen überzeugte mich Voyage, ein heterozygot hornloser Bulle, ebenfalls aus der Zucht von Christof Schneider. Über seine Qualität freue ich mich in doppelter Hinsicht, sein Vater Syrell wurde in meiner Zucht per Embryotransfer geboren – ein schöner Beleg dafür, wie sich Liniengedanken und Praxisleistung treffen können.
Spannend und eng ging es bei den Altbullen zu. Drei sehr unterschiedliche Typen, jeder für sich stark – die Entscheidung unter den ersten drei war knapp:
Platz 1: D.C Toronto, ein heterozygot hornloser Bulle, gezogen und im Besitz der Zuchtstätte Kellerwessel (Köln). Er punktete mit viel Länge, einer sehr interessanten Genetik und – wie von dieser Adresse gewohnt – in exzellenter Schaukondition präsentiert.
Platz 2: Toffifee im Gemeinschaftsbesitz von Christof Schneider und der Familie Ruckes. Ein Bulle mit Top-Rassequalität, dessen Auftritte – und vor allem Nachzucht – wir sicher noch öfter sehen werden.
Platz 3: Paul Pp aus der Zuchtstätte Brünig. Im Gesamtpaket ein sehr starker Bulle, der es an diesem Tag gegen zum Teil deutlich ältere Konkurrenten schwer hatte, aber seine Klasse klar gezeigt hat.
Ein, zwei Stellschrauben gibt es immer bei aller Begeisterung, kleine Stellschrauben würden den ohnehin starken Auftritt weiter abrunden. Die Moderation könnte punktuell straffer und informativer geführt werden – etwas mehr Kontext zu Abstammungen, Leistungsdaten oder Entscheidungskriterien hilft Publikum und Ausstellern gleichermaßen.
Und kurze musikalische Übergänge zwischen den Klassen oder während der Umbauten würden die Atmosphäre zusätzlich tragen und Wartezeiten fühlbar verkürzen, ohne den fachlichen Charakter zu stören.
Mein Fazit: Diese Bundesschau hat meine Erwartungen deutlich übertroffen. Nach Jahren, in denen ich mit Verbandsschauen oft unzufrieden war, stand hier ein Gesamtpaket, das fachlich, organisatorisch und atmosphärisch überzeugt. Wenn wir diesen Weg weitergehen – Qualität vor Quote, klare Kommunikation und eine verantwortungsvolle Zuchtstrategie rund um Hornlosigkeit und genetische Vielfalt – dann hat die Rasse hierzulande eine sehr gute Zukunft.
Haus Düsse hat die Messlatte hochgelegt, genau so darf sich eine Bundesschau anfühlen – das tut der Rasse gut.
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